18.4.06

HOK Reden: Unterrichtsziel "Langeweile"?

Noch ein gegen den Strich gebürsteter Kommentar zum aktivierenden, auf individuelle Bedürfnisse eingehenden Charakter des eLearnings. Wie Telepolis berichtet gaben an der Jahrestagung der britischen Association of Teachers and Lecturers britische Lehrer/innen zu bedenken, dass allzu spannender Unterricht im Sinne von "Edutainment" im Hinblick auf die Vorbereitung auf das spätere Berufsleben kontraproduktiv sein könnte. Denn in der Arbeitswelt gebe es ja auch kein "Worktainment". Mit anderen Worten: Das Arbeiten ist auch langweilig, warum soll die Schule spannend sein - das führt ja zu einer falschen Vorstellung vom "richtigen Leben"?

Mir leuchtet zwar nicht ein, warum sich ausgerechnet in dieser Frage die Schule dem Berufsleben anpassen soll (wenn man schon davon ausgehen will, dass die Schule für den Beruf vorbereiten soll). Die Frage sollte aber wohl eher heissen: was ist genau "Langeweile"? Wenn die Aufmerksamkeitsspanne dermassen sinkt, dass Schüler/innen und Studierenden nicht mehr in der Lage sind, einem Vortrag zu folgen, der länger als 10 Minuten ohne "aktivierende Elemente" auszukommen versucht? Aber wie gut eignet sich langweiliger Unterricht dazu, zur allfällige Mängel bei den Fähigkeiten der Schüler/innen und Studierenden zu kompensieren?

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