1.10.05

Aus der Welt der Blogs II: journalistische Bedeutung

Blogs werden im Moment hoch gehandelt als ein neuartiges Werkzeug für journalistische Arbeit. Dabei geht es einerseits um den "anderen" persönliche Stil der Weblogs, vor allem aber um die Schnelligkeit und die gegenseitge Vernetzung. Da bei Blogs auch kleinteilige Textchen und Informationshäppchen (immer versehen mit Links) publikationswürdig sind, ist der Publikationsrhythmus relativ hoch. Und auch wenn der einzelne Beitrag kurz ist: in der Masse wird das schnell viel Information.

Doch das mit den Trends ist so eine Sache. Den einen fällt es schwer sich darauf einzulassen. So beklagen sich etablierte Weblog-Leser und Schreiber über die wenig überzeugenden Versuche der etablierten Zunft, auf den Blogger-Zug aufzuspringen ("Schwer ist leicht was" - Telepolis). Das kann auch in Polemik ausarten ("No Blogs, please, we're Leipzig" - Blog "Indiskretion Ehrensache"), ist aber vermutlich vor allem der Diskrepanz von angesagtem Thema und tatsächlichem Interesse geschuldet. Im deutschen Sprachraum hat das Bloggen noch nicht so richtig Fuss fassen können ("Deutsche sind Bloggmuffel" - Heise. Was ist eigentlich mit den Schweizern und Österreichern?). Ob da wohl die Blog-Awards ("BOB - best of blogs") was helfen, die von der Deutschen Welle ausgeschrieben worden sind?

Andererseits gefällt vielen an Weblogs die Möglichkeit, dass dank geringen technischen Voraussetzungen auch Menschen aus Ländern mit kräftiger Zensur zu einer freien Meinungsäusserung zu verhelfen. Aus diesem Grund haben die Reporter ohne Grenzen ein Handbuch veröffentlicht, wie man als Blogger die Zensur umgehen kann (das Handbuch gibts in Englisch, Französisch, Chinesisch und Arabisch...). Dass dies gerade im Streit darum, ob Blogs als "echter Journalismus" gelten darf oder kann, der Blogger-Gemeinde als Argumentationshilfe gelegen kommt, leuchtet ein (vgl. Weblogs und die grosse Freiheit - Telepolis).

Dennoch, was Blogs wirklich sind, beantwortet diese Debatte nicht. Sie ist auch unwesentlich, eigentlich dreht sich in diesem Blog die Frage darum, was die Blogs für die Historische Online Kompetenz bedeuten.

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